Ausstellungseröffnung „Bilder im Dunkeln – Höhlenkunst der Eiszeit“

05.12.2014

Ab dem 6. Dezember geht es mit der Taschenlampe in die Steinzeit.

Ab dem 6. Dezember schickt das paläon seine Besucher auf eine Reise durch die älteste Kunstgeschichte der Menschheit. Die neue Sonderausstellung „Bilder im Dunkeln – Höhlenkunst der Eiszeit“ zeigt den Menschen der jüngeren Altsteinzeit als Individuum mit großer Fantasie, Ideenreichtum und Spiritualität. Eine Besonderheit: Die Malereien erscheinen nur im Schein der Taschenlampe. Willkommen in der Höhle!
Das paläon – Forschungs- und Erlebniszentrum Schöninger Speere zeigt in seiner neuen Sonderausstellung wandfüllende Reproduktionen von weltberühmten Höhlenbildern. Die Leihgabe des Neanderthal Museums Mettmann führt in jene Epoche, in der vor 35.000 bis 12.000 Jahren Jäger- und Sammlergemeinschaften die eiszeitlichen Landschaften Europas durchstreiften. Ihr Kunstschaffen reichte von feinen Schnitzereien, über Schmuckobjekte, verzierte Steinplatten und kleine Figuren bis hin zu großformatigen, mehrfarbigen Wandbildern in den Höhlen Südwesteuropas. Was zog die Menschen ins Dunkel der tiefen Höhlen? Unwirtlicher könnte ein Platz zum Zeichnen und Malen kaum sein. Gefahr geht von diesen unterirdischen Labyrinthen aus mit ihrer absoluten Dunkelheit, ihrer feuchten Kälte und Einsamkeit. Doch genau diese lebensfeindliche Umgebung suchten die Menschen der Eiszeit auf und hinterließen auf den Felswänden und im Höhlenboden geheimnisvolle Zeichen und meisterliche Darstellungen der Tierwelt.
Die Ausstellung „Bilder im Dunkeln“ zeigt die Einzigartigkeit dieser Kunstwerke und präsentiert den altsteinzeitlichen Jäger und Sammler als „UrMensch“ mit großer Spiritualität und Kreativität. Dem Bühnenbildner und Fotografen Heinrich Wendel (1915-1980) ist es zu verdanken, dass die faszinierenden Bilder aus den Tiefen der Höhlen ans Licht gebracht worden sind. Seine Aufnahmen eröffnen dem Besucher die Welt des frühen Menschen. Die Meisterhaftigkeit, die Komposition und die Farbigkeit dieser Kunstwerke sind außergewöhnlich. Nur wenigen Menschen war und ist es vergönnt, in den teils schwer zugänglichen Höhlen die Originale in Augenschein zu nehmen. Die Sammlung Wendel beinhaltet Aufnahmen aus fünfzig spanischen und französischen Höhlen, die zwischen 1961 bis 1977 entstanden sind. Sie dokumentieren den engen Zusammenhang von Höhle und Malerei, von Raum und Kunst, den Wendel auf einzigartige Weise erfasste. Seine Diasammlung eiszeitlicher Höhlenkunst ist weltweit die größte und ein unschätzbares Archiv für die Menschheit, sind doch bereits einige der fotografierten Malereien heute nicht mehr erhalten.
In der Sonderausstellung „Bilder im Dunkeln“ tauchen die Besucher in die Höhlen von Niaux, Pech Merle, Le Portel oder Ekain ein. Technik und Stil der prähistorischen Künstler werden ebenso erklärt wie die zentralen Motive, bei denen es sich vorwiegend um Tierdarstellungen handelt. Auf verschlungenen Pfaden entdeckt man überraschende Darstellungen, wie beispielsweise die Pferde von Le Portel, deren Ähnlichkeit mit den paläon-Przewalskis verblüffend ist.

Von Kindergeburtstag bis Vortragsreihe – Begleitprogramm
An die Sonderausstellung lehnt sich thematisch die 2. paläon-Vortragsreihe an. Fünf Vorträge – 800 Gäste: Die Premiere der paläon-Vortragsreihe im ersten Halbjahr 2014 kann nur als Erfolg bezeichnet werden. Hochkarätige internationale Wissenschaftler stellten die Faszination der Archäologie in lebhaften Beschreibungen dar. Flankierend zur neuen Sonderausstellung „Bilder im Dunkeln“ startet nun am 4. Dezember die 2. Vortragsreihe des Forschungs- und Erlebniszentrums Schöninger Speere, die sich einem ganz besonderen Kapitel der Archäologie widmet, der faszinierenden Welt der Eiszeitkunst. Wie die erste Reihe wird sie wieder gemeinsam vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege, dem Förderverein Schöninger Speere und dem paläon veranstaltet. Als Referenten konnten international anerkannte Spezialisten gewonnen werden. Die Themen reichen von den ältesten Kunstwerken der Menschheit aus Höhlen der Schwäbischen Alb bis zu den ältesten, ca. 13.800 Jahre alten Kunstobjekten Niedersachsens. Ergänzt wird sie durch eine Filmvorführung am 8. Januar. In der Dokumentation „Die Höhle der vergessenen Träume“ entführt Werner Herzog in die geheimnisvolle Welt der Chauvet-Höhle in Südfrankreich.

Die 2. paläon-Vortragsreihe im Überblick:

4. Dezember 2014, 19 Uhr, Prof. Nicholas J. Conard Ph.D., Eberhard Karls Universität Tübingen: Die Anfänge von Kunst und Musik vor 40.000 Jahren

8. Januar 2015, 18 Uhr, Filmvorführung: Werner Herzog: Die Höhle der vergessenen Träume (CAN/USA/F/D/GB 2010, 95 Min.); Werner Herzog entführt in seiner Dokumentation in die geheimnisvolle Welt der Chauvet-Höhle in Südfrankreich mit ihren 30.000 Jahre alten Höhlenmalereien.

29. Januar 2015, 19 Uhr, Prof. Dr. Harald Floss, Eberhard Karls Universität Tübingen: Verborgene Welten - Die frühe Höhlenkunst

19. Februar 2015, 19 Uhr, Prof. Dr. Thomas Terberger, Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Hannover: Von Lascaux bis zur Coliboeia Höhle – 20.000 Jahre Eiszeitkunst in Europa

12. März 2015, 19 Uhr, Prof. Dr. Gerhard Bosinski, Saint-Antonin-Noble-Val, Frankreich: Gönnersdorf und Andernach Martinsberg. Eiszeitliche Kunst am Mittelrhein

1. April 2015, 19 Uhr, Dr. Felix Hillgruber und Prof. Dr. Thomas Terberger, Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Hannover: Die älteste Kunst im Norden

paläon im Dunkeln – Familien-Ferien-Feuerzauber: Hinter diesem Motto verwandelt sich am 30. Januar das gesamte Forschungs- und Erlebniszentrum in eine Höhle. Die Lichter gehen aus und das Feuer geht an. Für die akustische Umrahmung sorgt ein Treppenkonzert. Das Steinzeit-Tattoostudio öffnet und das Bistro Flintstone serviert Wintersuppe und lädt zum Marshmallow-Rösten.
„Ab in die Höhle!“ ist der Titel des Kindergeburtstages, der eigens zur Sonderausstellung konzipiert wurde. Bis zu 15 Kinder können bei diesem unvergesslichen Geburtstag zu Höhlenforschern werden und sich selbst in der Kreativität der frühesten Kunst verlieren. Auch das Kursangebot des paläon wird begleitend ergänzt. „Das bunte Mammut“ und „Die Farben der Steinzeit – selber herstellen“ sind die Titel der Angebote, die sich an Schulklassen richten.
Selbstverständlich stehen auch öffentliche Führungen durch die Sonderausstellung auf dem Programm. Am Wochenende und feiertags starten sie um 14 und 16 Uhr, in den Ferien auch mittwochs und freitags um 16 Uhr.

Hintergrund: Heinrich Wendel
Heinrich Wendel war von 1964 bis zu seinem Tod 1980 Ausstattungsleiter der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf und einer der renommiertesten Bühnenbildner Deutschlands. Die Gestaltung von Räumen durch Licht- und Projektionskunst war ein zentraler Teil seiner künstlerischen Arbeit. Vor diesem Hintergrund führte er zwischen 1964 und 1970 mehrfach Reisen in den franko-kantabrischen Raum mit dem Ziel durch, Inspirationen für seine Arbeit in der prähistorischen Höhlenkunst zu finden. Dabei ging er hochprofessionell und mit wissenschaftlicher Akribie nach einem einheitlichen Konzept vor. Er fotografierte auch in den nichtöffentlichen Bereichen der Höhlen. So entstand im Laufe der Zeit ein umfangreiches Fotoarchiv von etwa 3000 Bildern. In diesem Fotoarchiv wird nicht nur der Stand der Erhaltung der Höhlenkunst aus rund 50 Höhlen dokumentiert, es offenbart auch die Perspektive des Bühnenbildners: Höhlenkunst als Mittel, einen gegebenen natürlichen Raum in Architektur, in eine Bühne zu verwandeln. Über 20 Jahre nach dem Tod von Heinrich Wendel wurde dieses Fotoarchiv dem Neanderthal Museum zur wissenschaftlichen Bearbeitung und Konservierung anvertraut. Die Sammlung ist Grundlage der Sonderausstellung „Bilder im Dunkeln – Höhlenkunst der Eiszeit“.


dienstags bis sonntags sowie feiertags

10 bis 18 Uhr

 

An folgenden Tagen bleibt das Forschungs- und Erlebniszentrum geschlossen:

Heiliger Abend, 24. Dezember;
1. Weihnachtsfeiertag, 25. Dezember;
Silvester, 31. Dezember
Öffnungszeiten 1. Januar: 12 bis 18 Uhr

Erwachsene12,00 Euro
Ermäßigte8,50 Euro
Gruppe Erwachsene9,50 Euro
Gruppe Ermäßigte6,50 Euro
Jahreskarte Erwachsene38,00 Euro
Jahreskarte Ermäßigte24,00 Euro
Familienkarte29,00 Euro
Führungen Erwachsene30,00 Euro
Führungen Ermäßigte25,00 Euro
Führungen Einzelpers.2,50 Euro

paläon
Forschungs- und Erlebniszentrum
Schöninger Speere
Paläon 1
38364 Schöningen
Telefon 05352.96914-0
info@palaeon.de

Das gesamte Gebäude, das Café und die Terrasse sind barrierefrei für Rollstuhlfahrer zugänglich. Die Anfahrt mit dem Auto ist zu empfehlen. Am paläon sind spezielle Parkplätze ausgewiesen.

Das paläon ist GEO-Partner .
Deshalb erhalten Sie nach Vorlage ihrer GEOcard einen ganz besonderen Vorteil: 2 Tickets zum Preis von einem!